• Milla

Milla durfte über sich reden - Ulligunde (p)lauscht


Ich kann es noch gar nicht glauben. Heute ist es soweit. Episode 56 aus der Reihe Ulligunde (p)lauscht wurde veröffentlicht. In diesem Podcast hat mir Erika die Möglichkeit eröffnet, über mich, meine Transidentität und ein kleines bisschen übers Berggehen zu sprechen. Angefangen hat es mit der Frage, ob es überhaupt queere Menschen im Bergsport gibt. Hören oder sehen tut frau davon so gut wie nichts. Und schon gar nicht im professionellen Bereich. Mit professionellem Bergsteigen habe ich natürlich nix zu tun, aber mit Transidentität. Was eindeutig in die queere Schublade passt, um mal ausnahmsweise das Wort Schublade zu verwenden. Während eines spontanen Treffens wurde mir die Frage gestellt, ob ich im Podcast drüber reden will. Kurz Gänsehaut. Na klar will ich darüber reden. Aufklärung ist so wichtig, um unsere Microminderheit aus dem Schatten zu holen und die vorherrschenden Stereotypen endlich zu begraben. Wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann, tue ich das sehr gerne. Eines Tages stand dann der berühmte Bus vor unserer Tür, Erika sitzt mit Milla drin und Milla redet und redet und redet. Etwas unsicher, ob ich einigermaßen was Plausibles erzähle und unsicher, wie wohl die Menschen und ich selbst natürlich auch auf meine Stimme reagieren, merke ich überhaupt nicht, wie die Zeit vergeht. Die Atmosphäre ist entspannt, die anfängliche Nervosität legt sich und mit dem Stoff, über den ich reden kann, könnten Bücher gefüllt werden. Die letzte Frage kam gefühlt blitzartig um die Ecke. Fast zwei Stunden später. Das Ergebnis hat mir beim ersten Hören ein Grinsen ins Gesicht gezaubert. Ein professioneller Schnitt hat kleinere Wackler verschwinden lassen. Das Hören der eigenen Stimme, vor dem ich ein wenig Bammel hatte, weil es in meiner Situation meine Schwachstelle ist, war gar nicht dramatisch. Im Gegenteil. Ich habe mir gerne zugehört :o) und ich hoffe, ihr da draußen hört es auch gerne an. Ich würde mich sehr darüber freuen. Gespannt bin ich auf die Reaktionen der Hörer und Hörerinnen. Dass so etwas nicht alle gut finden werden, ist kein Geheimnis. Die Frage ist, wie schlimm wird es. Oder auch wie gut. Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall auch ein Risiko für Erika, die sich mit ihrer Entscheidung, mich in ihrem Podcast reden zu lassen, ein Stück weit selbst auf dünnes Eis stellt. Meinen Respekt dafür hat sie und meinen Dank, dass ich diese Gelegenheit wahrnehmen durfte. Ein toller Mensch.



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