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Skihochtour Granatspitze, 3086m, 22.02.2020

Ein feiner Felsgipfel in den Hohen Tauern

Dieses Bergerl stand vergangenen Herbst schonmal als Hochtour auf dem Programm. Mangels buchbarer Unterkunft und ich bilde mir ein mangels angemessenen Wetterverhältnissen, fand die Tour zu Fuß nicht statt. Aber wie das so ist mit den ausgefallenen Touren, irgendwann rücken sie wieder in den Fokus. So auch diese Felsspitze in den Hohen Tauern. Alex schlug die Tour für diesen Samstag im Februar vor. Optional mit der Besteigung des Stubacher Sonnblicks. Der einzige Tag an diesem Wochenende, an dem das Wetter ganz passabel vorhergesagt war. Sonne pur. Lediglich der Wind sollte ab Mittag deutlich auffrischen. Nun dann. Sehr beliebt im Frühjahr als Skitour mit der Möglichkeit, einen guten Teil der Höhenmeter mit Bahnunterstützung nicht gehen zu müssen. Ja, ich gebe zu, wir nutzten ebenfalls die Gondel vom Enzinger Boden bis zur Rudolfshütte, um uns das Leben etwas leichter zu machen. Damit verkürzt sich der Aufstieg von ca. 1600Hm auf etwa 950Hm (frau möge mir verzeihen, wenn ich mich um ein paar Meter hoch oder runter ungenau ausdrücke). Einziger Nachteil dabei: Die Bahn fährt erst ab 9 Uhr. Das ist relativ spät. Bis frau mit der Asbachgondel oben ist, ein Stück zum Weißsee abgerutscht ist und die Felle aufgezogen hat, wird es schnell 10 Uhr, bis der Aufstieg beginnt. Normalerweise sollte frau bei einer Skihochtour um diese Zeit schon am Gipfel sein. Is aber auch kein 4000er, die Granatspitze. Wenn frau etwas Sulz oder gar etwas Harsch am fortgeschrittenen Nachmittag in Kauf nehmen kann, passt das noch. 


Am Vorabend reisen meine Frau und ich in Saalfelden an. Wir machen uns einen schönen Abend mit Alex und Manuel mit lecker Futter und Schlabber. Der Wettercheck bestätigt die Bedingungen nach wie vor. Die Lawinenlage ist moderat in der Höhe auf 2. Viel geschneit hat es nicht mehr in der Woche davor. Vor Triebschneeansammlungen in steileren Passagen und Rinnen sollte frau sich in Acht nehmen, doch das ist nichts Neues bei dieser Art des Bergsteigens. Der folgende Tag beginnt früh. Die Anfahrt zum Enzinger Boden verschlingt gut eine Stunde. Die erste Gondel sollte es schon werden, um die Zeit nach hinten nicht zu sehr zu strapazieren. Dort angekommen, scheint alles noch zu schlafen. Die Talstation ist geschlossen, der Parkplatz sehr übersichtlich gefüllt. Der Umstand, dass so wenige Menschen rumliefen, ließ mich vermuten, dass die meisten Fahrzeuge zu den Gästen der Rudolfshütte gehörten. Das ist nämlich nicht, wie der Name vermuten lässt, eine kleine einfache Berghütte, sondern ein 3-Sterne-Hotel auf fast 2400m Höhe mitten im Skigebiet Weißsee Gletscher, mit entsprechender Bettenzahl. 
Das Skigebiet ist jedoch vergleichsweise klein und die Anfahrt mühsehlig. Ähnlich dem Kauntertaler Gletscher. Der Betrieb hielt sich, wie gesagt, in Grenzen. Da Samstag war, standen überwiegend Anreisegäste mit ihrem Gepäck in der Schlange. Dazwischen eingestreut ein paar Tourengeher_innen. Die Talabfahrt war rot markiert und nicht zur Abfahrt empfohlen. Um uns alle Optionen offen zu halten, nahmen wir Berg- und Talfahrt für ein paar Euronen mehr und stiegen in eine der ersten Schwebezellen. Die Fahrt mit der alten Dame dauerte gefühlt eine kleine Ewigkeit. Zeit für Sonnencreme und einen Blick auf die umliegenden Hänge in verschiedenen Expositionen, um nach spontanen Lawinenabgängen Ausschau zu halten. Zu viele davon machen mich immer nervös. Doch richtige Abgänge konnte ich keine ausmachen. Hier und da kullerten ein paar Schneebälle zu Tal. was war alles. Gut so. Oben angekommen, fielen wir aus der Bergstation auf die frisch präparierte Piste. Diese verlassen wir nach ein paar Schwüngen ins Gelände in südlicher Richtung. So etwa 100Hm geht's abwärts. Obwohl die Exposition der Abfahrt südlich ist, wundere ich mich über feinsten Pulver. Ja, die Tage vorher schien keine Sonne und es rieselte ganz leicht neue Kristalle. Nach den ersten Schwüngen ist mir unterträglich warm. Noch bevor ich die Felle rauftue, ziehe ich erstmal was aus. Hatte mit viel kälterem Wetter gerechnet. Es ist kurz vor 10 Uhr, die Sonne ballert in die windstille Senke am See runter. Verlaufen kann sich frau hier nicht. Eine unverkennbare Spur zieht ein Stück um den See herum und um dann den ersten Hang hinauf zu verschwinden. Alleine sind wir hier natürlich ebenfalls nicht. Mehrere kleine Grüppchen schieben ihre Ski durch die Spur. Ich erkenne allerdings bei den wenigsten, dass ein Seil oder ein Pickel dabei wäre. Um genau zu sein, sind wir die einzigen, die schonmal in den Klettergurt steigen. Ich zweifele, ob wir es vielleicht ein wenig übertreiben. Gleichzeitig denke ich, nein, es ist eine hochalpine Unternehmung und wir wissen, dass mindestens am Gipfelgrat Kletterei wartet, von der wir nicht wissen, wie die Verhältnisse sind und ob wir nicht doch sichern müssen. Ergo muss alles mit, was für die Etappe zum Gipfel benötigt wird. Um den Gletscher, auf dem wir rumlaufen, mache ich mir nicht so viele Sorgen. Der gilt als praktisch spaltenlos. Außerdem dauert es noch eine Weile bis wir ihn betreten. Das Seil -wenn's wär- können wir dann immer noch zwischen uns klöppeln. Den Gurt haben wir ja schon an. Geht also schnell. 


Wir wackeln los. Schweiß tropft. Ich öffne alles an Reißverschlüssen, was ich finden kann. Obenrum ist's ja einfach. Aber untenrum? So eine 3/4 Primaloft-Unterhose ist schon was feines. Mist, völlig overdressed. Aber hilft nix. Ohne was drunter ist auch doof. Tropfen für Tropfen schieben wir uns in unseren Highend-Klamotten die erste Stunde nach oben. Kurze Pause. Trinken und Essen. Das Frühstück liegt schon eine Weile zurück. In einem hellen Moment füllten wir morgens eine unserer Thermoskannen nicht mit Tee sondern mit einem isotonischen Getränk. Das war klug. Das erste und einzige steilere Stück wartet im Anschluss. Mir wird schon wieder Bange ob der Abfahrt und tue das auch Kund. Ich ernte Kopfschütteln. Pulverschnee. Ausschließlich. Kein Grund zur Sorge. Ach ja, dann merke ich es auch. Alles um mich herum ist seit dem Start ganz fluffig. Obwohl die Sonne runterbrennt. Doch keiner der Anstiege, bis auf das etwas steilere Stück, ist im rechten Winkel der Sonne ausgesetzt. Könnte also schon sehr nett werden. Die kurze Rampe komme ich schon irgendwie runter. Ging noch immer irgendwie. 
Der Gletscher kommt in Sicht. In perfekter Neigung geht es den nächsten Muggel hoch. Einige Kehren später wird es immer flacher. Das Ziel ist zu sehen. Der Ostgrat der Granatspitze. Irgendwelche Verwerfungen oder lange Senken, die auf Spalten deuten könnten, sind nicht erkennbar. Seil bleibt auf dem Rucksack. Inzwischen verstehe ich, warum so wenige Menschen um uns herum mit Bergsteigerinnenutensilien ausgerüstet sind. Die meisten steigen auf den Stubacher Sonnblick. Der ist -wenn auch relativ steil- bis zum Gipfel vollständig mit Ski zu begehen. Keine Kletterei. Und ein Gipfelkreuz hat er außerdem, im Gegensatz zur nackten Felsspitze seines Nachbarn. Wir hatten uns vorgenommen, zuerst auf die Granatspitze zu steigen und, sofern es Zeit und Kondition erlauben, auf dem Rückweg sozusagen den Sonnblick "mitzunehmen". Das "Mitnehmen" merkte ich, würde nicht so einfach werden. Die Flanke ist für mich zu steil zum Abfahren auf Ski. Relativ felsig scheint es obendrein zu sein. Aber immer der Reihe nach. Ich erkenne am unteren Ende des Grates den Platz für das Skidepot. Übrigens hat seit dem Betreten des Gletschers der Wind deutlich zugenommen. Alle Reißverschlüsse sind geschlossen. Ich freue mich über meine warme 3/4 Primaloft unter der Hardshell. Kurz vor dem Skidepot ist der Gletscher, wie wir das sonst kennen, völlig hart abgeblasen. Die Harscheisen können jedoch im Rucksack bleiben. Es ist relativ flach geneigt. Für die letzten paar Meter in die Felsen steige ich von den Ski runter. Hier muss frau plötzlich alles festhalten. Der Wind bläst in heftigen Böen. Erstmal Jacke drüber. Dicke Handschuhe an. Mütze unter die Murmel. Ein Blick nach oben verrät, dass in einigermaßen steilem Gelände geklettert werden muss. Es sind wenige andere im Grat unterwegs. Und von nackten Skischuhen bis zu einer Dreierseilschaft am Seil mit Pickel und Steigeisen ist alles vertreten. Schwerer als II ist die Kletterei nicht angegeben und der Schnee ist griffig und hart. Wir entscheiden in der Gruppe, Steigeisen und Pickel herzunehmen. Das Seil schieße ich mir auf. Für den Fall der Fälle. Unten lassen wäre irgendwie auch doof, wenn es schon dabei ist. Ein paar Bandschlingen, ein paar Karabiner und Sicherungsgeräte gehen mit. Wir kommen gut zurecht. Es ist gespurt. Es gibt keine Wackler_innen in unserer Gruppe. Alle sind griff- und trittsicher. Ausgesetzt ist es schon an mancher Stelle. Huddeln ist nicht erlaubt. Schon gar nicht mit den Steigeisen auf Fels. Ich warte die ganze Zeit auf die Schlüsselstelle. Aber irgendwie habe ich sie nicht wahrgenommen. Besser so, wie anders. Es dauert nicht lange, bis es nicht mehr weiter rauf geht. Der Gipfel. Ohne Sicherung geht's halt schon schneller. 


Es ist wenig Platz. Meine Frau steigt auf den höchsten Punkt. Ich will ihr nach. Sie bremst mich sogleich. Ich solle warten, bis sie wieder unten ist. Knips. Gipfelfoto. Wir wechseln und ich merke, warum es zu zweit nicht so doll geworden wäre. Brrr... Bloß keinen Schritt zu viel. Es geht in alle Richtungen hoch runter. Knips. Alex. Knips. Manuel. Knips. Manni. Knips. Zweiergrüppchen hintereinander. Knips. Dann die Aussicht. Es ist, wie immer. Kommst irgendwo rauf, zack, eine handvoll neue Ziele. Großglockner mit Stüdlgrat, Groß Venediger, das Große Wiesbachhorn, sogar der Watzmann ist zu sehen. Und ein Meer weiterer mir unbekannter Gipfel. Da die Granatspitze deutlich weniger stark frequentiert ist, als der Sonnblick, haben wir den Gipfel für uns alleine. Ich sehe, wie sich drüben die Leute den steilen Hang runterquälen. Erst auf dem Weg nach unten kommen uns ein paar Bergsteiger entgegen. Die werden von meiner Frau und Alex wiedererkannt, denn man teilte sich in der Früh die einzige offene Toilette im Tal. Kurz geschnackt. Dann geht es zurück ins Skidepot. Boaahhh... das hat sich nach Bergsteigen angefühlt. Der Wind pfiff mir die Schneekristalle in alle Poren. Der Pickel beißt in den harten Schnee. Fest. Hält. Der nächste Schritt. Zack, die Steigeisen an den Skistiefeln schlagen die nächste Stufe in den harten Schnee. Hält. Der nächste Griff geht in eine Rille im Fels. Hält. Und hoch. Sicherung? Brauchen wir hier nicht. Geil. Das sind Momente, in denen ich alles andere vergessen kann. Wie klein sind dann alle anderen Problemchen. Hier kommt es nur darauf an, sicher das Richtige in der richtigen Reihenfolge zu tun. Ohne Zögern. Konzentriert auf jede einzelne Bewegung, um dem Absoluten ein Schnippchen zu schlagen. Es ist nicht die Eiger Nordwand. Klar. Doch die brauchts auch gar nicht. Ich bin ja auch nicht Frau Papert. Oder Frau Czerny. Ich bin Milla, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten Spaß hat, wie die alte Sau.


Kurz durchschnaufen im Depot. Zunächst lautet die Entscheidung, bis zum Abzweig zum Sonnblick ein Stück abzufahren. Manuel möchte den Hang anschließend mit den Ski hinauf und in der Folge wieder hinunter. Meine Frau und ich entschließen uns dazu, im unteren Teil des Hanges auf etwa 1/3 Höhe, wo die Spur durch Felsen zieht, erneut ein Depot zu machen und mit Steigeisen und Pickel die vielleicht noch 70-80 Höhenmeter rauf zu krabbeln. Alex hingegen äußerte schon eine ganze Weile Unwohlsein. Bis hierher war alles noch schick. Doch es war zu spüren, dass es ihr nicht behagte, noch einen Gipfel anzuhängen. Um aus Wind und Schatten hinaus zu kommen, kratzten wir zunächst über den harten Schnee soweit hinab, bis wir ein Sonnenfleckchen erreichten. Der Schatten wanderte wahnsinnig schnell, was mich dazu veranlasste, mal auf die Uhrzeit zu schauen. Immerhin sind wir ziemlich spät erst gestartet und wollten noch bis zur Mittelstation abfahren, um uns das letzte, schlechte Stück ins Tal zu sparen. Das bedeutet, Zeit ist endlich. Die letzte Talfahrt findet um 16:15 Uhr statt. Tja, damit war die Frage nach dem Gipfel auch schon beantwortet. Es war schon nach zwei, die Abfahrt zum Weißsee lag vor uns, gegessen hatten wir seit Stunden auch nicht mehr und es wartet noch der Gegenanstieg zur Rudolfshütte mit gut 100 Höhenmetern. 
Hier bot sich eine gute Gelegenheit zu demonstrieren, was es bedeutet, eine Seilschaft zu sein. Eine Seilschaft besteht nicht nur aus den Starken bzw. denen, die sich zufällig zu dieser Zeit an diesem Ort unter diesen Bedingungen stark fühlen. Allen Menschen, die wir in die Berge mitnehmen, predigen wir, dass sich die Seilschaft IMMER nach dem zu dieser Zeit an diesem Ort unter diesen Bedingungen schwächsten Glied zu richten hat, wenn alle wieder heile nach Hause wollen. Jeder und jede hat zu jeder Zeit die Pflicht, sich zu äußern, wenn etwas nicht passt. Auch und gerade dann, wenn es möglicherweise unpopuläre Entscheidungen nach sich zieht. Hinzuzufügen wäre noch, dass es für mich niemals in Frage käme, jemanden alleine irgendwo abzustellen, wo gewartet werden kann, bis der Rest der Gruppe vielleicht gewogen ist, wieder zurück zu kehren. Das beobachteten wir schon mehrfach in anderen Seilschaften. Absoluter Mist. Zuletzt mussten wir so einem Alleingelassenen unter Todesverachtung vom Südgrat des Olperer hinunterhelfen. Seine "Kameraden" kamen hinzu, als der Käse schon gegessen war. Und helfen hätten die auch nicht können. Hatten nämlich nix dabei. Nicht mal Klettergurte. Die Geschichte könnt ihr hier nachlesen. 


Also, Abfahrt. Wir sind auf der Granatspitze gewesen. Hatten -denke ich- alle ein äußerst positives Erlebnis. Der Stubacher Sonnblick steht morgen auch noch da. Skitechnisch betrachtet kommt jetzt der Knaller. Dort, wo der Wind seinen Schneeschieber nicht hinbekommen hat, wartet fluffiger Pulverschnee. Den ganzen Gletscher hinunter bis zur kurzen Steilstufe. Ich bekomme das Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht. Es läuft watteweich trotz schwerem Rucksack den Buckel runter. Kein Schlottern, kein Zögern, einfach nur schöne Schwünge. Ich versuche, mir Mühe zu geben. Solche Gelegenheiten sind äußerst selten. Ich drehe mich nach meinen Leuten um. Alle haben ein Leuchten in den Augen. Wahnsinn. 
Ich taste mich an die kurze Steilpassage ran. Die Sonne hat an dieser Stelle ihr Werk getan. Der Schnee ist so schwer, dass seitlich abrutschen schwieriger ist, als sich ein Herz zu fassen und an geeigneter Stelle den ersten Schwung anzusetzen. Wusch und rum. Geht. Und noch einer. Unten. Easy peasy lemons squeezy. Der Hase ist des Tigers Tod. Also immer Tiger sein, nie Hase. Dann kann nichts passieren. Niemand stürzt. Alle kommen sicher runter. Nach einer flachen Rechtskurve kommt ein Fels in Sicht, der frei liegt. Er wurde von der Sonne so aufgewärmt, dass der Schnee um ihn herum geschmolzen ist. Der perfekte Platz für unseren späten Lunch. Die Zeit können wir uns nehmen. Es geht kein Wind mehr. Die Sonne wärmt schön. Eine kurze Rast tut gut. Es sind noch etwa 350 Höhenmeter bis zum Anfellplatz. Diese Etappe lag teilweise bereits wieder im Schatten und frau konnte genau spüren, wo sich bei sinkenden Temperaturen langsam eine Kruste bildete und wo noch Pulverschnee lag. Schnell wieder auf die "gute" Seite rutschen. Harsch ist doof. Zum Glück gab es diese Wahlmöglichkeit. So mühselig der Aufstieg manchmal ist, so schnell geht die Abfahrt. Den Salto mortale von Alex quasi auf der Zielgeraden habe ich leider verpasst. Sie hatte sich wahrlich Mühe gegeben, uns zu beeindrucken, erzählt man sich. War mit mir und dem starken Wunsch nach Pulver beschäftigt. Konnte sie nur noch im Schnee liegend und lachend beobachten. Nix passiert. Zurück am Ausgangspunkt mussten die Felle wieder drauf. Nach meiner Recherche gibt es keine sinnvolle Route, auf der man sich den Aufstieg zur Rudolfshütte ersparen könnte. Sofern die Weiterfahrt durchs Skigebiet gehen soll. Felle wieder drauf. Zähne zusammenbeißen. Ich bin immer wieder verblüfft, wie Gegenanstiege mich zermürben können. Selbst die paar Höhenmeter haben's fast geschafft. Im Skigebiet ist deutlich zu spüren, dass der Tag zu Ende geht. Wir steigen nicht an der Rudolfshütte in die Gondel, sondern rutschen, wie geplant, auf der Piste zur Mittelstation am Grünsee ab. Die Zeit haben wir. Ein paar entspannte Schwünge auf fast leeren Pisten sind ein netter Ausklang für dieses wunderschöne Bergerlebnis. Kurz vor Punktlandung steigen wir in eine der Schwebekabinen. Bei der Aktion bemerkten wir, dass frau sich im Prinzip sparen könnte, die Talfahrt einzukaufen. Eine Prüfung der Liftkarte in geeigneten Personenvereinzelungsanlagen fand bis unten hin nicht mehr statt. Auf eigene Gefahr.
Jetzt wären wir schon fast am Ende. Wenn da nicht der Wunsch nach einer Einkehr gewesen wäre. Bevor es zum Parkplatz ging, bogen wir links in die kleine Gastronomie ein. Hätte ich vorher gewusst, wie dumm aufdringlich der Kerl im Service ist, hätte ich mir den Weg gespart. Gibt schon merkwürdige Menschen. Immerhin hat das Kaltgetränk gut getan und sein Verhalten hatte nicht mit Milla zu tun. Er ist einfach so. Ich weiß nicht mal, wie der Laden direkt unterhalb der Talstation heißt. Empfehlen kann ich ihn nicht. Schwamm drüber. Das Gesamterlebnis dieser Bergfahrt wird dadurch nicht getrübt. Ein sehr feiner Tag mit sehr feinen Menschen geht zu Ende. Danke dafür.