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Piz Buin, 3312m, 02.08.2016

Das erste Mal in der Silvretta

Die meisten Menschen werden den Begriff "Piz Buin" nur mit Sonnencreme in Verbindung bringen. In Wahrheit wird genau anders herum ein Schuh daraus. Der Berg ist Namensgeber für die Creme. Ihn zu besteigen ergab sich sehr kurzfristig auf dem Weg vom Gran Paradiso zurück nach Hause, als wir uns überlegten, eine etwas niedrigere Bergtour können wir uns noch zumuten. Wir gönnten uns vorher eine zusätzliche Übernachtung in Galltür in einem richtigen Hotel mit eigenem Bad und einer heißen Dusche. Nach gut einer Woche Camping im Valsavarenche ein wahrer Genuss.
Am nächsten Tag brachen wir frisch bepackt von der Bieler Höhe aus auf in Richtung Wiesbadener Hütte. Das Wetter: Eher durchwachsen, regnerisch. Aufgrund der guten Erreichbarkeit für Touristen, war die Hütte zum Nachmittag hin proppenvoll. Sie wird für ihren Kaiserschmarren weithin gelobt. Wir können das nicht bestätigen. Es fühlte sich wie aus der Dose an und lag bis in die Nacht schwer im Magen. Tipp: Nicht in Versuchung geraten. Lohnt nicht. Immerhin hatten wir ein Zimmer für uns alleine bekommen. Insgesamt blieb die Hütte nicht in besonders guter Erinnerung. Wir starteten am nächsten Morgen mit der Überschreitung der "Grünen Kuppe" um auf den Ochsentaler Gletscher zu kommen, wo heute der Normalweg entlang führt. Die alte Route übers Wiesbadener Grätle ist zu sehr steinschlaggefährdet. Von dem üppigen Schnee und Eis des Ochsentaler Gletschers, wie in den Karten verzeichnet, findet man heute nicht mehr viel. Die Rampe auf das Gletscherplateau am orographisch äußerst linken Rand (im Aufstieg rechts) war aper und recht steil. Einige Seilschaften taten sich ein wenig schwer damit. Im Grunde konnte man aber einfach geradeaus auf Steigeisen hochgehen. Dann folgt ein überraschend langer gerade Weg über den fast flachen Gletscher. Man hält dabei immer auf die Buinlücke (3054m) zwischen Kleinem und Großem Piz Buin zu. Dort angelangt, markiert sie gleichzeitig den Beginn des Gipfelgrates in östlicher Richtung auf den Großen Piz Buin. Beim Anstieg handelt es sich in großen Teilen um eine Schutthalde mit mehr oder weniger stark ausgetretenem Trampelpfad. Es kommen allerdings auch mindestens zwei Kletterstellen vorbei, von der eine ein netter Kamin im II. - III. Grat nach UIAA ist. Die Schlüsselstelle der Tour. Man kann sichern. Wir entschieden jedoch, seilfrei zu klettern. Hat rauf und runter gut geklappt. Es schneite zwar leicht im weiteren Tagesverlauf, doch der Rückweg über den Gletscher war gut ausgetreten. An der etwas steileren Eispassage, von der aus man den Gletscher verließ, konnten wir nochmal die eine oder andere Seilschaft beobachten, die sich sehr viel Mühe beim Sichern gaben. Wir liefen einfach geradeaus runter. Mit möglichst allen Zacken der Steigeisen im Eis, wie wir es im Grundkurs Eis lernten. Ging sehr gut. 
Im weiteren Verlauf entschieden wir, nicht über die Wiesbadener Hütte zurück zu gehen, die hat uns ja überhaupt nicht gefallen, sondern einen etwas direkteren Weg in Richtung Silvrettasee zu nehmen. Man musste lediglich rechtzeitig den Gletscherabfluss queren. Weiter unten war das nicht mehr so ohne Weiteres möglich. Und so tappsten wir eine ganze Weile querfeldein bis wir auf den Weg zwischen See und Hütte stießen. Am See entlang zog es sich dann noch ziemlich hin. Durch die langen Zu- und Abstiege am Silvrettasee vorbei insgesamt eine recht lange Tour. Aber im Prinzip ganz nett und abwechslungsreich mit Kletterei, Schnee, Eis, Schutt und Wandern.