• Milla

Bike&Hike

Aktualisiert: Juni 4


Wir hielten es nicht mehr aus und wollten endlich wieder ein richtiges Gipfelkreuz anfassen. Bergtouren waren nicht ausdrücklich verboten. Es galt lediglich der Rat, bleibe möglichst in deiner Komfortzone beim Berggehen, um keine unnötigen Rettungseinsätze zu provozieren.

Das schaffen wir. Wir fanden in den Ammergauer Bergen einen kleinen Gipfel, an dem wir noch nicht gewesen sind: Der Grubenkopf, 1847m, nahe der Kenzenhütte,1300m. Niedrig genug und mit südlichem Anstieg, dass wir nicht mit viel Schnee zu rechnen hatten. In die Gegend trieb es uns letztes Jahr schonmal, als wir den Geiselstein erklommen. Und so wussten wir, dass ein signifikanter Teil der Tour mit dem Fahrrad gemacht werden kann, nämlich von Halblech bis zur Kenzenhütte. Gut 10km mit etwa 500 Höhenmetern Anstieg in der zweiten Hälfte. In kurzen Etappen gehen die Steigungen auf etwa 18% rauf. Ab der Kenzenhütte führt ein gut beschilderter Steig weitere etwa 550 Höhenmeter über den Bäckenalmsattel weiter auf den Grubenkopf. Mit Ausnahme des teilweise sehr schlammigen Weges, weil es die ganze Woche davor immer wieder geregnet hatte, eine schöne kleine Wanderung.

Die Anfahrt mit dem Radl hat mich ein wenig geschafft. Letztes Jahr fuhren wir nur bis zum Wankerfleck, wo der Weg zum Geiselstein startet. Die letzten weiteren 1,5km bis zur Kenzenhütte haben es jedoch in sich. Die Zeit zum Wechseln von Rad- in Wanderklamotten brauchte ich, um ein wenig runterzukommen. Es sind einige an dem Tag mit dem Rad hochgefahren. Sogar welche ohne Motor. Insgesamt ist jedoch wenig los, wenn frau bedenkt, dass die Touristen im Sommer mit einem kleinen Pendelbus hochgeschafft werden. Die Hütte wird zwar zurzeit nicht bewirtschaftet, doch der Wirt hat einen Kühlschrank voll mit Kaltgetränken auf die Terrasse gestellt mit einer Kasse drin. Mutig. Aber sensationell gut. Ich hoffe, es kommt kein Depp daher. Wir jedenfalls genossen ein Radler in der Sonne am Ende unserer Wanderung und spendeten großzügig. Dann folgte die Abfahrt. Darauf freute ich mich schon den ganzen Tag. Unterwegs lernten wir, dass unsere kleine Handpumpe, die wir zwei jungen Burschen liehen, nix taugt. Wenigstens mussten wir nicht am eigenen Rad drauf kommen. Jedenfalls hat der eine sein Radl das Tal raus schieben müssen. Der Reifen war aber auch nicht mehr zum Aufpumpen. War wohl ganz geschrottet. Und einen 26" Schlauch haben wir nicht dabei. Die Burschen hatten außer zwei Bier ebenfalls nix zum Flicken mit. Na dann. Für uns war es übrigens die erste tubeless-Ausfahrt. Tags zuvor bauten wir unsere Räder um. Ob wir von den gepriesenen Vorteilen etwas haben, wissen wir nicht, doch es fühlt sich so innovativ an. Und Spaß hat's Schrauben auch gemacht. Gehalten hat's auch. Ein schöner Tag.

Themenwechsel: Abschließend gibt es weitere gute Neuigkeiten. Ich hatte am 27.11.2019 einen Beitrag zu den sogenannten Konversionstherapien und deren Folgen geschrieben. Diese Woche hat sich der Deutsche Bundestag zu dem Thema beraten und den Beschluss gefasst, Konversionstherapien zukünftig unter Strafe zu stellen. Ziel dieser Therapien soll sein, Menschen mit unerwünschter sexueller Orientierung oder Identität zu "heilen". Dieser Unsinn wird nun in Kürze strafrechtlich verfolgt. Ich persönlich habe ja den Glauben an Rechtsprechung verloren, doch in dieser Angelegenheit würde es mich freuen, wenn das Leid, überwiegend von Kirchenangehörigen ausgelöst, ein Ende hätte.

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