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Jede Tour ein kleines Abenteuer

...oder auch mal ein größeres: 4000er

4000 Meter über Normal Null ist im Alpenraum die magische Grenze zu den richtig hohen Bergen. Von dieser magischen Grenze bin auch ich fasziniert.

 

Langer Hatsch

Ursprünglich war an diesem Wochenende im September das Finsteraarhorn geplant. Auf Grund diverser Umstände entschieden wir uns dazu, ins Wallis zu fahren und das Rimpfischhorn anzugehen. Diesen Plan gaben wir jedoch in der Nacht auf dem Eis ebenfalls auf.

Gipfel Lagginhorn

Ein kleiner Angstberg, kurzentschlossen, um der Hitze zu entgehen.

Im Sommer 2015 unternahmen wir bereits einen Besteigungsversuch, der jedoch scheiterte. Die Gründe: Noch zu erschöpft von der vorangegangenen Tour zum Bishorn und Unterschätzung der Schwierigkeiten.

Gipfelgrat Barre des Ecrins

Der zweite Anlauf.

Eines vorneweg: Wir erreichten auch dieses Mal den Gipfel nicht ganz.

Abstieg Ludwigshöhe

Skibergsteigen im Monte Rosa

Eine Skitour im Monte Rosa. Man liest so viel davon. Mehrere 4000er an einem Tag sind möglich. Meine Frau und ich entschließen uns dazu, das genauer in Augenschein zu nehmen. Eine Art Schnuppertour.

Gipfel Allalinhorn

Die Notlösung

Das eigentliche Ziel an diesem langen Wochenende war, mit einer Freundin zusammen das Lagginhorn zu besteigen. Es sollte anders kommen.

Gipfel Breithorn

Nach abgebrochener Tour zum Dom

Nachdem wir die Tour auf den Dom abbrechen mussten, entschieden wir uns dazu, auf den Westgipfel des Breithorns zu gehen. Ein Touristengipfel. Aber ganz so einfach was es dann doch nicht.

Festigletscher

Ein netter Versuch

Für die Sommerferien 2017 hatten wir uns dieses sportliche Ziel herausgesucht. Der höchste Berg, der ganz in der Schweiz steht. Ein wirklich langer Hatsch mit vielen Höhenmetern.

Gipfel Strahlhorn

Zwei erste Male

Wie der Untertitel schon verrät, sind hier mehrere Dinge passiert: Das Strahlhorn war unser erster 4000er, den wir mit Ski erklommen haben UND es war mein erster 4000er in meiner neuen Geschlechterrolle. Vielleicht bin ich die erste Transfrau auf einem solchen Berg gewesen. Wer weiß das schon.

finsteraarhorn.jpg

Marathon auf Eis

Auf dem Heimweg von Gran Paradiso und Piz Buin buchten wir mit Bauchkribbeln zwei Übernachtungen für zwei Personen auf der Finsteraarhornhütte. Der Berg geisterte schon eine Weile in meinem Bergsteigerinnengehirn herum. 

Gipfel Gran Paradiso

Bergsteigen im Nationalpark

Im Sommer 2016 entschieden wir uns für den Gran Paradiso. Wir wählten den Weg über die Chabod-Hütte, da er deutlich weniger frequentiert und etwas anspruchsvoller als der Normalweg ist. Für mich persönlich bestand die Herausforderung darin, dass ich mich zwischen den Welten von Mann und Frau befand.

Gipfel Nadelhorn

Eine einsame Tour

Die letzte Hochtour 2015 führte uns im September wieder nach Saas-Fee im Wallis. Das Nadelhorn soll es sein. Die Wetterprognose ist eher mittelprächtig, aber nicht schlecht genug, um daheim zu bleiben.

Bishorn, 4153m, 11.08.2015

Von Spalten und Wegfindung

Sommer 2015. Wir starten vom Saarland aus und fahren über Frankreich in die Schweiz bis zum Genfer See und biegen dort ins Rhône-Tal aufwärts ein. Das Ziel: Der Ort Zinal. Die restliche Nacht verbringen wir im Auto. Es regnet. Am nächsten Morgen stellen wir unser Auto auf den Wanderparkplatz am oberen Ende des Ortes und beginnen mit dem Aufstieg auf die Tracuit-Hütte auf 3256m. 1600 Höhenmeter liegen vor uns. Wir haben keine Zeitnot. Das Wetter ist durchwachsen. Hin und wieder fallen ein paar Tropfen vom Himmel, was aber nicht weiter schlimm ist. Die Tracuit-Hütte ist neu gebaut worden. Die Reste der alten Hütte in Form einer niedrigen 4-seitigen Mauer stehen nebenan. Bereits beim Eintritt fühle ich mich nicht wohl. Alles ist kalter Beton. Die Anmeldung benötigt viel Geduld. Man lässt uns warten. Die Schlange wird länger, obwohl Hüttenpersonal permanent im Hintergrund zu sehen ist. Dann endlich sind wir dran und werden in einem sehr unfreundlichen Ton abgefertigt. Die Verständigung ist schwierig. Ich spreche zu wenig Französisch und man gibt sich auf der anderen Seite keine Mühe, es mit Schweizer Deutsch oder Englisch zu versuchen. Willkommen in der französischsprachigen Schweiz. Sie haben sich viel von den Franzosen abgeschaut (meine persönlichen Erfahrungen mit dieser Menschengruppe). Na gut. Wir haben ein Dach über dem Kopf und es gibt etwas zu Essen. Mehr Ansprüche habe ich nicht an Berghütten. Die unfreundliche Behandlung hat sich während des gesamten Aufenthaltes dort fortgesetzt.
Beim Abendessen lernen wir eine DAV-Gruppe kennen, die mit uns am Tisch sitzt. Die Gruppe möchte am nächsten Tag ebenfalls aufs Bishorn und anschließend zur Turtmannhütte absteigen. Bis auf eine Teilnehmerin. Ihr würde es besser passen, nach Zinal runter zu gehen, da sie dort eine bessere Verbindung mit Öffis nach Hause hat. Kurzentschlossen boten meine Frau und ich an, sie bei uns in die Seilschaft zu nehmen, da wir nach dem Gipfel ebenfalls wieder bis nach Zinal runter wollen. Der Aufstieg besteht nur aus einer Wanderung über den Turtmanngletscher. Schwierigkeiten erwarten wir keine. So wird's gemacht. Zu dritt starten wir am nächsten Morgen in Richtung Gipfel. Gehen zunächst etwas südöstlich bis auf knapp über 3400m, biegen dann nach links ab, queren den flachen Gletscher, umgehen die untere Spitze eines Felsriegels und steuern dann nach rechts in den eigentlichen Gipfelhang. Vorteil: Wenige bis keine Spalten.
Unschwierig erreichen wir um 9 Uhr den Gipfel. Das Wetter hat sich im Vergleich zu den Tagen vorher deutlich verbessert. Es ist nahezu windstill und fast wolkenlos. Ein grandioser Blick auf die Grate des Weißhorns eröffnet sich uns. Nach kurzem Aufenthalt am Gipfel machen wir uns an den Abstieg. Ich gehe vor und folge gedankenlos der gut ausgetretenen Spur, die sich vom Gipfel schnurgerade zur Hütte zieht. Ein Fehler. Wir finden uns bald mitten in einer Spaltenzone wieder. Die Brücken sind matschig und weich. Nach mehreren Seilschaftspirouetten, die nötig werden, um die Spalten zu umgehen, ist meine Frau auf einmal vorne und bricht mit beiden Beiden ein. Der Rucksack und das gespannte Seil zwischen ihr und unserer neuen Seilpartnerin bremsen den weiteren Fall, doch sie kann nicht selbst herausklettern. Jeder Versuch, sich abzudrücken lässt das Loch um sie herum größer werden und gibt den Blick in die Spalte frei, über der sie hängt. Weder vor noch hinter ihr ist der Rand zu sehen. Muss also ganz schön groß sein. Ein Lob an unsere Seilpartnerin in der Mitte, die stets mit gespanntem Seil gegangen ist. Rückwärtsgang. Wir ziehen meine Frau am Seil zurück. Verschnaufpause.
Ein paar kleinere Einbrüche folgen noch bis wir die Hütte erreichen. Gelernt: Wähle deine Spur mit Bedacht. Das Offensichtliche ist nicht immer die beste Wahl.
Pause in der Sonne an der Hütte. Es folgt der lange Abstieg nach Zinal. Mit jedem Höhenmeter, den wir runterkommen, wird es wärmer. Das Wasser geht aus. Es wird am Ende unser bis dahin längster Abstieg mit etwas mehr als 2500 Höhenmetern. Wir sind völlig platt, als wir am Auto ankommen.
Noch etwas gelernt: Sollte es jemals nochmal zum Bishorn gehen, evtl. mit Ski, nehmen wir sicher nicht den Weg über die Tracuit-Hütte. Absolut nicht empfehlenswert.

Dôme de Neige, 4015m, 18.08.2014

Das erste Mal ein richtig langer Abstieg

Im Jahr 2014 hatte der Bau unserer kleinen Blockhütte im Ostallgäu Priorität 1. Demzufolge sind wir wenig in den Bergen gewesen. Doch ein 4000er sollte es trotzdem noch werden, beschlossen wir. Schlecht bis gar nicht akklimatisiert und konditionell auf einem recht niedrigen Niveau fuhren wir in den Südosten Frankreichs und machten uns auf den Weg zum Barre des Écrins. Bisschen blauäugig würde ich sagen.
Der Weg an der Glacier-Blanc-Hütte vorbei und über den Glacier Blanc zog sich gefühlt endlos hin. Irgendwann kam dann das Réfuge des Écrins (3170m) vorbei. Da auch der Glacier Blanc viele Meter seiner Dicke eingebüßt hat, galt es noch rund 150m vom Gletscher über eine sehr brüchige Schutthalde zur Hütte hochzusteigen. Wir empfanden das beide damals als sehr unangenehm.
Am nächsten Morgen folgten wir dem Troß durch die Nacht auf die Nordflanke unseres Zieles zu. Man läuft noch gut 2-3 km von der Hütte bis zum Punkt, an dem man in die Flanke einsteigt. Steil ging es unterm Eisbruch durch. Der Wind blies unangenehm. Vom Wind beschleunigter Triebschnee stach ins Gesicht. Die Spur blieb steil, führte über mehrere große Spalten und wir quälten uns immer weiter hoch. Wir überwanden die steile Passage über die Randkluft zum Dôme de Neige und standen dort kurze Zeit später auf dem Gipfel. Mmmhhh.... Das war ja noch nicht das Ziel. Der Blick auf den Gipfelgrat zum Barre und auf die Uhr ließ unseren Mut sinken und wir entschieden, dass es für diesen Tag gut sei.  Der Strom war alle für diese Herausforderung. Der Rückweg muss auch bewältigt werden.
Gesagt, getan. Wir stiegen ab und auf dem Weg zur Hütte, wo wir eigentlich noch eine Nacht bleiben wollten, überlegten wir uns unabhängig voneinander, dass wir diese Schutthalde nicht nochmal hoch wollen. In der Konsequenz bedeutet das, mindestens bis zur Glacier-Blanc-Hütte absteigen zu müssen. Das taten wir dann auch. Dort angelangt entschieden wir, eine längere Pause einzulegen und dann weiter bis zum Parkplatz am Réfuge Cezanne abzusteigen. In Summe waren das dann rund 2200 Höhenmeter Abstieg. So etwas hatten wir noch nie gemacht.
Am nächsten Morgen teilten uns das unsere Muskeln und Knochen auch mit. Es ging nichts mehr. Nur die 100 Meter zum Pizzabus schafften wir auf allen Vieren. Verbrachten ansonsten den Tag im Zelt bei Pizza und Rotwein.
Gelernt haben wir, dass wir solche Abstiege schaffen.

Weissmies, 4017m, 31.07.2013

Ein schwieriges Bergjahr

2013 war ein schwieriges Jahr. Seinen negativen Höhepunkt erreichte es am 1. Juni. Ein Samstag, den ich in meinem Leben nicht mehr vergessen werde. Meine andere Hälfte kam notfallmäßig in die Abteilung Schlaganfall des Augsburger Klinikums. Die folgende Nacht verbrachte ich dort an ihrem Bett und auf dem Boden dösend voll Sorge, ob wir jemals wieder zusammen Bergsteigen können. Ratlosigkeit auch unter den Ärzten. Man war sich schnell einig, dass es kein Schlaganfall war. Später stellte man die Diagnose "Hirnhautentzündung". Diese wirkt bis heute nach. Eine echt blöde Sache.
Sie hatte allerdings auch etwas Gutes: Ich begann damit, meine Trennungsangelegenheiten endlich zu regeln, nachdem sich meine geschiedene Frau bei diesem Ereignis äußerst daneben benommen hat.
Rücksicht nehmend auf den Gesundheitszustand nahmen wir dennoch den oder das Weissmies ins Visier. Die Route über den Südgrat sollte es sein und demzufolge eine Übernachtung auf der Almageller Hütte. Die Wegerkundung am Nachmittag in Richtung Zwischenbergpass lief eher nicht so gut und ich rechnete damit, dass wir am nächsten Morgen eher wieder ab- als aufsteigen werden. Zumal ihr der Geräuschpegel in der Hütte sehr zu schaffen machte.
Doch am nächsten Morgen war sie fit und wir entschlossen uns dazu, es zu versuchen. Witzigerweise ging es ihr immer besser je höher wir kamen. Die Blockkletterei am Südgrat ist ein Traum. Das letzte Stück über den Firngrat ein klein wenig Nervenkitzel und schwupps sind wir auf dem Gipfel gewesen. Ebenfalls für kurze Zeit alleine. Hätte nie gedacht, dass wir da ankommen.
Der Abstieg erfolgte unschwierig über die Normalroute durch die Nordflanke rüber zur Bergstation Hohsaas. Wir nahmen wieder die Bahn runter. Für diesen Tag war es genug.
Vielen Dank an der Stelle an das Hotel Monte Rosa für die tolle Übernachtung, das sensationelle Abendessen und die Fürsorglichkeit, die uns entgegengebracht wurde, als wir vom Berg runter  und am Auto auf deren Parkplatz waren. Das Bier, die frittierte Calzone und die Dusche bleiben in Erinnerung.

Allalinhorn, 4027m, 15.09.2012

Über Hohlaubgrat

Nach dem Erfolg am Alphubel voller Tatendrang, stürzten wir uns noch im selben Jahr gleich zweimal auf das Allalinhorn. Der erste Versuch scheiterte unten schon, weil uns der Busfahrer wegen des schlechten Wetters und dem vielen Neuschnee gar nicht erst in Zermeiggern aussteigen ließ, als er erfuhr, wo wir hin wollen. Vielen Dank lieber Busfahrer. Ich glaube, wir konnten damals die Lage nicht richtig einschätzen und wahrscheinlich hat er uns vor Schlimmerem bewahrt.
2 Wochen später der nächste Anlauf. Das letzte mögliche Wochenende 2017. Dieses Mal war alles gut. Wir stiegen von Zermeiggern aus auf die Britannia Hütte auf und machten uns am folgenden Morgen bei klarem Himmel und klirrender Kälte auf den Weg über den Hohlaubgletscher. Der Anstieg auf den Grat war steil aber gut machbar. Danach kann man sich nicht mehr verlaufen. Der Himmel blieb klar und es war sonnig. Am Ende des Firngrates angelangt, stiegen wir in die Kletterei ein, die zwar nicht schwierig ist, für Anfänger allerdings recht luftig erscheint. Nach rund 5h standen wir letztendlich am Gipfelkreuz und hatten ob der späten Jahreszeit dieses sogar ein paar Minuten für uns alleine. Wieder unendliche Freude. Das Allalin über die coole Route und nicht auf dem Touristenweg.
Ich gebe zu, wir nutzten den Touristenweg für den Abstieg, um die rund 2200m runter nach Saas-Fee etwas abkürzen zu können. Auf dieser Tour lernten wir unter anderem, dass wir andere Schuhe brauchen. Etwas knapp bemessene Klettersteig-Wanderschuhe eignen sich nicht für lange Abstiege mit Steigeisen. Das war auch am Alphubel schon so. Dass die als stark empfundene körperliche Erschöpfung von zu kleinen und zu weichen Schuhen kommen oder zumindest durch diese begünstigt sein könnte, ist mir da noch nicht eingefallen. Ursache und Wirkung vertauscht.

Alphubel, 4206m, 14.08.2012

Das allererste Mal

Der Grundkurs Eis, den wir machten, ging Ende Juli 2012 zu Ende und noch auf dem Heimweg stellten wir uns die Frage, ob wir selbständig, eigenverantwortlich weiterhin Hochtouren machen wollen. Noch in der gleichen Woche kam die Grundausstattung mit der Post: Ja, wir wollen. Der Startschuss fiel mit der Auswahl des Alphubels als ersten 4000er. Den Namen kannte ich von einem Spezl. Sonst wusste ich nichts von diesem Berg.
Ich lernte schnell, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, zum Gipfel zu kommen. Wir entschieden uns für den Weg über die Eisnase von der Täschhütte aus. Schon irgendwie auch ein langer Weg, wie wir hinterher merkten. Doch mit etwas Ausdauer und einer Eisschraube als Sicherung über die Nase erreichten wir nach rund 6h den Gipfel. Unterwegs lasen wir noch einen alleingehenden Inder auf und nahmen ihn mit. Ein paar Tränen flossen am Gipfel aus Freude über den Erfolg. Abgestiegen sind wir erstmal in Richtung Längfluh, bogen dann aber rechts ab in Richtung Alphubeljoch, um wieder auf den Aufstiegsweg zu gelangen. Rund 4h benötigten wir vom höchsten Punkt der Reise bis zur Täschhütte zurück. Völlig fertig aber überglücklich blieben wir dort noch eine Nacht, denn an Weitergehen war keinesfalls mehr zu denken. Der Anfang war gemacht. Und zu unserem neuen Freund haben wir immer noch Kontakt.