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Jede Tour ein kleines Abenteuer

...oder auch mal ein größeres: Mit Ski am Berg

 

Die Wahl wurde von der Wettervorhersage getroffen...

... doch es war leider keine gute Wahl. Immerhin lernten wir eine für uns völlig neue Gegend kennen. Und nette Menschen. Und wir haben etwas über uns gelernt.

Bekannter Berg dieses Mal auf Ski

Der Plan sollte letztes Jahr schon umgesetzt werden, doch da hing die Hose zu weit unten. Dieses Jahr wagten wir es. Und es war ein sensationelles Erlebnis und ein wunderschöner Tag in den Bergen.

Die hervorragende Schnee- und Lawinenlage machen es möglich.

Vor exakt einem Jahr mussten wir die Tour zur Lacherspitze abbrechen. Auf wundersame Weise ergibt sich am gleichen Wochenende ein Jahr später eine neue Gelegenheit.

Gefälliges Hügelland in Kärnten

Von den Nockbergen lasen wir irgendwann in der Panorama. Ein Skitourenparadies. Seitdem stand diese Gegend auf der Wunschliste.

Sehr spontaner Start in die Skitourensaison 18/19

Da gab es noch einen Berg im Tannheimer Tal, den wir bisher noch nicht besucht hatten. Er wurde das Ziel unseres Skitourensaisonauftaktes.

Monte Rosa, April 2018

4000er mit Ski

Die Beschreibung der Tour mit Bildern befindet sich in der Rubrik "Hohe Berge". Die Runde umfasste die Ludwigshöhe, ein Schnuppern am Corno Nero, das Balmenhorn und abschließend die Vincentpyramide.

Kreuzjoch, 2563m, 30.01.2018

Bruchharsch nervt

Bei zunehmend schlechtem Wetter, der erneuten Aussicht auf Bruchharsch in der Abfahrt und meinen geplagten Füßen geschuldet, suchen wir als letzte Tour dieser Woche das Kreuzjoch als Ziel aus. Von dem Parkplatz zwischen den Lawinengalerien aus sind nur rund 700 Höhenmeter bis zum Joch zu bewältigen. Das ist irgendwie zu schaffen. Die Route kann außerdem so gelegt werden, dass es nur wenigsteile Passagen gibt. Lediglich Beginn und Ende von und zum Parkplatz sind ein klein wenig steiler. Flacher Anstieg heißt leider auch längerer Weg. Man läuft wirklich lange an einer Hangseite ins Tal nach hinten, was irgendwann ein bisschen eintönig wird. Den letzten Hang hinauf, kommen wir am Joch an. Es tummelt sich eine weitere Gruppe mit Führer in einer windgeschützten Senke, die zum Pausemachen einlädt. Ein Teil der Gruppe macht sich auf den Weg zum nahegelegenen Mitterzeigerkopf. Ich persönlich fand den Grat zu steil, um ohne Steigeisen und Pickel zu gehen. Aber muss jeder selbst wissen. Wir machen uns indes für die Abfahrt bereit, kratzten im wahrsten Sinne des Wortes auf windgepresstem Schnee und Eis aus der Senke heraus und querten in den Aufstiegshang ein. Wie erwartet ließ er sich nicht gut fahren. Mittendrin stürzte ich dann auch noch. Danach vergaß ich gänzlich, wie man Ski fährt. Im erwähnten langen Tal auf einer Hangseite war einfach nur Laufenlassen angesagt, was wegen der immer gleichen Haltung natürlich auch anstrengend ist. Die Passage zum Auto hinunter lief ganz gut. Die Tour ist bei besseren Schneeverhältnissen sicherlich ganz schön. Und wenn man weiß, dass man am Ende auch auf einen Gipfel kann, lohnt es sich vielleicht, wenigstens Steigeisen mitzunehmen.

Lampsenspitze, 2876m, 29.01.2018

Das erste Mal in Praxmar

Meine Füße sind noch vom Sonntagshorn stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Aufstieg ist nur mit Tape, Blasenpflaster und Schmerzmittel möglich. Die Probleme mit den Füßen überschatten den gesamten Ausflug über mehrere Tage. Die Alternative, keine Skitour zu gehen, ist keine. Also los. Parkplatz Praxmar. Der Aufstiegsweg ist nicht zu verfehlen. Obwohl der Schnee in diesen Wochen immer eine schwierige Abfahrt verspricht, da Bruchharsch, sind doch einige unterwegs. Wir steigen die rund 1200 Höhenmeter mit Rücksicht auf Verfassung und Füße auf. Die letzten Meter zum Gipfel ohne Ski. Am Skidepot machen viele Tourengeher ausgiebig Pause, weil es in der Sonne, die nach Tagen wieder scheint, richtig angenehm ist und zum Verweilen einlädt. Als meine Frau und ich vom Gipfel runterkommen, ist aber außer einem Tourengeher niemand mehr da. Wir kommen ein wenig ins Gespräch und vergessen die Zeit. Es gibt einen Grund, warum die anderen alle schon weg sind. Das merken wir, als die Sonne beginnt, sich in den Abend zu verabschieden und der etwas angetaute, vorher schon schlecht zu fahrende Schnee wieder friert. Unsere neue Bekanntschaft nimmt einen etwas anderen, anspruchsvolleren Weg nach unten. Wir entschließen uns dazu, ihm nicht zu folgen, sondern an unserem Aufstiegsweg entlang abzufahren, was für uns schon genug Herausforderung ist. Skifahren konnte man das zumindest bei mir nicht nennen. Mehrfach entging ich nur um Haaresbreite einem Sturz. Am Ende kamen wir heile am Auto an, das mehr oder weniger alleine auf dem Parkplatz stand. Bei besseren Schneebedingungen ist diese Tour wirklich nett und nicht allzu schwierig.

Sonntagshorn, 1951m, 27.01.2018

Sonntagshorn am Samstag

Auf dem Weg ins Sellrain, trafen wir uns mit unserer Freundin noch zu einer gemeinsamen Skitour in den Loferer Bergen. Das Sonntagshorn ist in der Gegend ein beliebter Skitourengipfel. Start ist im Heutal.
Die Bedingungen waren ganz gut, wenngleich der Schnee einigermaßen sulzig daher kam. Der Aufstieg erfolgt über einen Wanderweg entlang des Lahnersbaches bis man kurz vor der Hochalm leicht nach links schwenkt, um keine Höhe zu verlieren. Ab da folgt ein relativ steiles Stück zur Perchthöhe. Dort angelangt steigt man linker Hand weiter in Richtung Gipfel auf. Die Abfahrt führt über mehrere Varianten zur Hochalm, wo eine Einkehr möglich ist. Ab dort folgt man ein Stück einem Fahrweg, der bei guter Schneelage von Rodlern genutzt wird, und zweigt später nach rechts in den Wald ab, um querfeldein den Ausgangsparkplatz wieder zu erreichen. Das letzte Stück durch den Wald ist ziemlich kurvig, eng und hügelig, aber nie wirklich steil oder gefährlich. Der Sulz ließ sich ebenfalls ganz gut fahren. Mein Problem bei der Tour: Mit dem Tragen von Pumps haben sich wohl meine Füße verändert. Ich kämpfte schon wieder mit gigantischen Blasen und Druckstellen.

Tajatörl, ca. 2300m, 14.01.2018

Skitour in der Mieminger Kette

Wir versuchten diese Tour zusammen mit einem Spezl aus der Schweiz bereits Anfang Dezember 2017. Damals fuhr die Ehrwalderalmbahn noch nicht, was gut 400 Höhenmeter mehr bedeutete. Hinzu kam, dass die Tageshöchsttemperatur bei -14°C lag und die Vacuumfelle bezüglich Haftung an ihre Grenzen stießen. Des Weiteren hatten wir ein zeitliches Limit hinten heraus, da unser Freund pünktlich ins Allgäu zurück musste. Im Hang hinauf zum Brendlkar ließ die Haftung der Felle dann vollends nach, was ein weiteres Aufsteigen im tiefen Schnee unmöglich machte. Zudem verließ mich auf der ersten Skitour des Winters auch noch der Mut zur Abfahrt. So drehten wir damals um.
Etwa 6 Wochen später, Mitte Januar 2018, gingen wir die Tour erneut an. Dieses Mal war unsere Freundin mit von der Partie. Es ist vergleichsweise viel Schnee im Winter 17/18 gefallen und in der Woche vor der Tour stieg die Lawinenwarnstufe auf durchgängig 4. Zum Wochenende hin reduzierte sie sich wieder auf 2 und wir beschlossen, dass wir starten können. Das Skigebiet in Ehrwald war inzwischen geöffnet. Wir konnten die Bahn ein Stück nutzen. Wir stiegen etwas anders auf als im Dezember zuvor und nahmen ein Stück durch den Wald in Richtung Brendlkar. Die Oberfläche im Wald war eisig hart gefroren und schwierig zu gehen. Aus dem Wald heraus, sahen wir, dass im gesamten Hang überall Lawinenabgänge herumlagen. Wir stiegen durch den Hang und ins Brendlkar hinauf. Ein sehr schattiges Hochtal. Auch hier ist alles bockhart gefroren. Der letzte Anstieg in die Scharte zwischen Tajatörl und Hinterem Tajakopf ist nochmal etwas steiler und in einer sehr schmalen, gefrorenen Spur anspruchsvoll. Aber wir schafften es bis in besagte Scharte. Eigentlich wollten wir noch auf den Hinteren Tajakopf steigen, doch dazu wären bei den herrschenden Bedingungen Steigeisen und Pickel sinnvoll gewesen. In Anbetracht der fortgeschrittenen Tageszeit, dem Wissen um eine anspruchsvolle Abfahrt und des steilen und ausgesetzten Aufstieges, den man nun sehen konnte, entschlossen wir uns dazu, es an der Stelle auf ca. 2300m gut sein zu lassen und machten uns an den Abstieg. Wir umgingen westseitig zu Fuß eine Felsformation, die unsere Scharte vom Tajatörl trennte. Für Ski war uns das zu steil. Leider gab es unter der Schneedecke immer wieder Stellen mit Eis. Auf einer bin ich dann auch ins Rutschen gekommen und musste kurz die Nerven behalten, bis meine unfreiwillige Fahrt beendet war. Den restlichen Weg zum Törl stiegen wir wieder auf Ski auf. Das erste Stück der Abfahrt war toll. Pulverschnee, nicht zu steil. Hat richtig Spaß gemacht. Dann änderten sich die Verhältnisse. Praktisch der gesamte Rest der Abfahrt bis zum Skigebiet war zerfahrener, windgepresster und hart gefrorener Schnee. Wirklich kaum zu beherrschen von uns. Das Highlight war der Hang über den wir das Brendlkar verließen. Der lag -wie erwähnt- voll mit Lawinenkegeln, die allesamt aus grobbröckeligen Eisbatzen bestanden. Wir versuchten, zunächst über lange Querungen hinunter zu kommen. Die Oberflächenbeschaffenheit und die Neigung von fast 40° ließen für mich jedoch weder ein Schwung noch eine abwärtsgerichtete Spitzkehre zu. Ganz schöne Scheiße. Am Ende klapperten wir quer rutschend fast den gesamten Hang hinunter. Immer ein Stück vor und ein Stück zurück. Meter für Meter. Ich hätte gewettet, dass die Bretter Schrott sind, wenn die Fahrt zu Ende ist. Aber sie haben's überlebt.
Nachdem dieser Abschnitt geschafft war, trat Erleichterung ein. Der Weg von dort ins Skigebiet führt über einen breiten Weg. Die Abfahrt über präparierte Pisten zurück zum Startpunkt ist abgesehen von der Erschöpfung unschwierig gewesen. Bei besseren Schneebedingungen ist die Tour wahrscheinlich wirklich schön. Und vielleicht kann ich beim nächsten Mal wieder ein wenig besser Ski fahren.

Strahlhorn, April 2017

4000er mit Ski

Die Beschreibung der Tour mit Bildern befindet sich in der Rubrik "Hohe Berge". Das Strahlhorn mit seinen 4190m Höhe war unser erster 4000er, auf den wir uns mit Ski wagten.

Wurmtaler Kopf, 3250m, 07.04.2017

Pitztal


Zwei Wochen nach dem K2 machten wir uns erneut auf den Weg ins Pitztal. Dieses Mal mit geprüfter Packliste und dem Wurmtaler Kopf als Ziel. Dieser Gipfel liegt in der Nachbarschaft des K2. Man biegt nur nicht irgendwann rechts ab, sondern geht bis zum Ende des Rifflbachtales praktisch auf dem Offenbacher Höhenweg. Die Nordwand des Berges ist ab dem Rifflsee schon zu sehen und ist einigermaßen beeindruckend. Es geht lange mit nur wenigen Absätzen relativ flach dahin. Erst wenn man den Rifflerferner erreicht hat, auf dem eine weite Linkskurve nach oben zurückzulegen ist, wird es steiler. Man steigt über den Ferner von hinten auf den Gipfel. Beim Aufstieg hatte ich bedenken, ob ich mit der Abfahrt klar komme, doch der Schnee war ganz anders als zwei Wochen zuvor. Kein Matsch. Eher fast so etwas wie Pulver. Am Joch im Gipfelgrat war der Aufstieg mit Ski beendet. Die restliche Strecke gings auf den Skischuhen unschwierig zum Gipfel.

Es folgte die Abfahrt. Auch hier sind die ersten Meter vom Joch herunter relativ steil. Dieses Mal lief es jedoch etwas geschmeidiger. Der Schnee war viel besser in diesem Nordwesthang. Den Bogen nach unten fuhren wir etwas weiter als die Spur im Aufstieg und konnten so das ganz steile Stück durch die Innenkurve umgehen. Das erste Mal Pulverschnee in freier Wildbahn. Ein Traum. Zwar anstrengend, aber beherrschbar. Die Rückfahrt zum Rifflsee ist ab da einfach. Im Gegensatz zum letzten Mal entschieden wir uns dieses Mal, die Bahn auch nach unten zu nehmen. Im unteren Teil des Skigebietes blühten bereits die ersten Blumen.

K2, 3253m, 25.03.2017

Pitztal

Seit der Abfahrt ins Pitztal freitagsnachmittags ließ mich der Gedanke nicht los, dass wir etwas wichtiges vergessen haben. Doch es fiel mir einfach nicht ein. Wir bezogen unser kleines Pensionszimmer bei Ankunft in Mandarfen, dass wir buchten, um am nächsten Tag entspannt die erste Bahn rauf zum Rifflsee nehmen zu können, ohne in der Nacht zu Hause erst starten zu müssen. Beim Abendessen in einem kleinen Gasthaus fiel mir plötzlich ein, was noch zu Hause liegt: Unsere Felle. Arrrggghhh....
Aus irgendwelchen Gründen lagen sich nicht am gewohnten Platz und sind somit nicht ins Auto gewandert. Heimfahren und Holen hatte keinen Sinn. Die Fahrt würde fast die ganze Nacht dauern. Also neuer Plan: Wir leihen uns am nächsten Morgen gegenüber der Bahn Ski mit Fellen aus. Gesagt, getan. Nur gibt es im Verleih keine Pin-Bindungen. Meine Schuhe hielten gerade so auf der Tiroler-Bindung. Und so stapften wir los. 
Ab dem Abzweig im Rifflbachtal nach rechts zum K2 wird es etwas steiler, was im Aufstieg aber noch kein Thema darstellte. Es kommt noch ein kleiner Aufschwung bevor man den mittleren Löcherferner betritt. Das kleine Gipfeldreieck kann man von dort bereits sehen. Der Weg führt in das Joch rechts neben dem Gipfel und ist am Ende recht steil. Die Ski ließen wir im Joch und stiegen die restlichen Meter zu Fuß zum Gipfelkreuz auf. Dann die Abfahrt. Inzwischen ist die recht dicke Schneeauflage von der Sonne gut durchgeweicht und bleischwer. Direkt nach dem Start vom Joch herunter bin ich erstmal gestürzt, was ich auf die sehr knapp eingespannten Schuhe zurückführte, und musste mein Zeug im butterweichen Sulz einsammeln. Die weitere Fahrt war schwierig und anstrengend für mich. Häufige Pausen sind nötig gewesen. Die beiden steileren Passagen rutschte ich überwiegend quer ab. Danach ging's dann bis zum See. Statt mit der Bahn wieder runter zu fahren, nahmen wir das, was von der Skipiste noch übrig war. Dabei löste sich erneut ein Schuh aus der Bindung. Eine schöne Fahrt war auf dieser Matsche nicht mehr möglich. Zumal ich mit den geliehenen Ski weiterhin auf Kriegsfuß stand. Nichtsdestotrotz erreichten wir heile unseren Ausgangspunkt, gaben die Ski zurück und machten uns auf den Heimweg.

Das erste Mal Skibergsteigen

Überraschenderweise konnten wir für das Osterwochenende 2016 noch zwei Plätze in der Marteller Hütte bekommen. Wir sind während unseres Grundkurses Eis bereits von der Branca Hütte in der Lombardei aus auf dem Monte Cevedale gewesen und kannten daher die Zufallspitze aus der Ferne. Warum genau wir diesen Berg aussuchten, kann ich nicht mehr sagen. Wir fanden jedenfalls heraus, dass es rund um die Marteller Hütte (2610m) ganz nette Skitouren geben soll und beschlossen, das zu verifizieren. Auf ins Martelltal im Vinschgau/Südtirol.
Der Hüttenzustieg ab dem Parkplatz Schönblick (2055) bot bereits die eine oder andere Herausforderung mit den Brettln an den Füßen. Ein steiler Weg, ein sehr schmaler Steg, ein steiler Absatz mit blankem Eis kurz vor der Hütte. Quatschi in meinem Kopf faselte da schon was von unmöglicher Abfahrt. Naja, geht ja erstmal rauf. Nicht runter. In der Hütte angekommen, stellten wir fest, die Hüttenwarte starteten in ihre erste Saison. Ganz junge und sehr sympathische Menschen. Das Ziel für den nächsten Tag und große Teile des Aufstiegsweges kann man von der Hütte aus deutlich erkennen. Geplant war eine Überschreitung mit Abfahrt über den Zufallferner. Wir starteten am nächsten Morgen in der Dämmerung. Die meisten anderen Seilschaften hatten den gleichen Weg den Fürkeleferner hinauf, doch es verläuft sich später schon einigermaßen. Der erste steilere Aufschwung war ziemlich abgeblasen, doch es ging gerade so ohne Harscheisen. Beim zweiten Aufschwung auf schmalen Pfaden vorbei an Spalten und später einer Querung über einer Bruchzone war das nicht mehr so. Ohne Harscheisen wäre die Tour für mich dort beendet gewesen. Kurze Pause, Essen, Trinken, Harscheisen an die Bindung und weiter. Ein neues Gehgefühl. Das erste Mal mit Harscheisen. Die Ski lassen sich nicht mehr so einfach nach vorne schieben. Ist etwas mühselig, dafür aber sicherer. Wir erreichten einen Sattel von wo aus man nach rechts auf den Gipfelgrat gelangt. Mit Ski ging es ab dort nicht mehr weiter. Wir wechselten auf die Steigeisen und schnallten die Latten auf den Rucksack. Der folgende Grat ist nicht schwierig zu begehen, doch die Beladung ist noch etwas schwerer geworden und da es sich um die erste Tour in diesem Jahr über 3000m handelte, fehlte auch ein wenig Akklimatisation. So zog sich das letzte Stück zum Gipfel etwas. Oben angekommen waren wir ein wenig stolz, es bis dorthin geschafft zu haben. Schließlich war es unsere erste echte Bergsteigeaktion mit Ski.
Es folgte die Abfahrt. Manche starteten praktisch am Gipfelaufbau. Für uns kam das nicht in Frage. Wie erwähnt, fuhren wir nicht über die Aufstiegsroute ab, sondern überschritten den Gipfel, nahmen ein kurzes Stück auf dem Verbindungsgrat zwischen Zufallspitze und Monte Cevedale und bogen dann auf den Zufallferner ab. Bis uns die Hangneigung als mit Ski machbar erschien, stiegen wir auf Steigeisen mit den Ski auf dem Rücken ab. Nach dem Wechsel auf die Ski fuhren wir zunächst in Richtung Casati Hütte weiter ab, bevor wir in einem weiten Rechtsbogen die spaltige Innenkurve umgehend, die Richtung auf die Marteller Hütte zu änderten. Auf diesem ersten Stück wurde ich etwas übermütig, weil es anfangs ganz gut lief, was jedoch leider in einem Sturz endete. Unangeseilt auf einem Gletscher mit Ski zu stürzen, ist etwas, was auf keinen Fall passieren darf. Es hatte in diesem Fall keine Folgen, doch ich habe gelernt, vorsichtiger zu sein. Es gab noch eine Erschwernis: Meiner Frau riss das Spannseil in einem ihrer Trekkingstöcke beim Losfahren. Blöd. Sie fuhr mit einem Stock weiter. Hut ab. Wäre mir sehr viel schwerer gefallen.
Der Zufallferner bietet skitechnisch keine besonderen Schwierigkeiten. Spalten sind natürlich immer ein Thema und es gilt, die Augen offen zu halten. Die Oberfläche war jedoch gut durchgefroren und fest und offensichtliche Spaltenzonen gab es ebenfalls keine. Also fuhren wir seilfrei ab. Mal abgesehen davon, dass es mit Seil nicht viel sicherer ist. Gut zu fahren war es für uns dennoch nicht. Der Wind presste alles sehr unregelmäßig zusammen. Hinzu kamen viele Abfahrtsspuren vorheriger Bergsteiger. Und die Kondition ging uns irgendwann aus. Es wurde eine ziemliche Schinderei bis wir zur Hütte zurück waren. Doch wir sind stolz gewesen. Wir haben es hin bekommen. Ganz alleine. Die ganze Runde mit gut 1200m Aufstieg und Abfahrt belief sich am Ende auf etwas mehr als Halbmarathondistanz. Etwas in der Art haben wir bis dahin noch nie gemacht. Sehr cool.
An eine weitere Abfahrt war nicht zu denken. Wir blieben noch eine Nacht auf der Hütte. Dort fühlten wir uns auch ziemlich wohl. Meine Transidentität war zu diesem Zeitpunkt noch nichts für die Öffentlichkeit und so hatte ich mit dem Hüttenleben auch keine Schmerzen. Bei unserem nächsten Besuch dort etwa 1,5 Jahre später war das schon anders. Aber gut. Der nächste Morgen. Die Abfahrt zum Parkplatz. In der Nacht hatte ich Krämpfe in den Beinen, was ziemlich blöd war. Den Trekkingstock meiner Frau flickten wir provisorisch mit Klebeband, das uns der Hüttenwart freundlicherweise gegeben hat (wir vergaßen auch nicht zu fragen, ob er etwas dafür bekommt, außer einem Dankeschön). Wir stiegen wieder auf die Ski. Mein Quatschi im Kopf wurde nervös ob des folgenden Absatzes nach unten, der überwiegend aus Blankeis bestand. Aber eben nur überwiegend. Wie auf rohen Eiern rutschten wir von einem Schneeband zum nächsten und schafften es schließlich sturzfrei bis nach unten. Erste Hürde geschafft. Etwas später folgt ein sehr schmaler Pfad über einen Steg an einer Felswand vorbei. Bremsen ist auf diesem Stück nicht möglich. Entweder man fährt in der Aufstiegsspur ab und lässt laufen, oder man geht ab. Ich entschied mich fürs Fahren. Quatschi protestierte laut. Doch es funktionierte. Kurz darauf die letzte Herausforderung für diesen Tag: Ein Stück steiler, kurviger, enger Wanderweg, der zur Zufallhütte führt. Dafür brauchte ich alles Können, was ich auf zwei Brettern so fertig bringe. Gut, ist nicht so viel. Sah auch nicht besonders schön aus. Bin aber sturzfrei unten angekommen. Ab da wurde es einfach. Der Weg wird breiter und weist keine besonderen Schwierigkeiten mehr auf bis zum Parkplatz. Was für ein Ritt. So insgesamt.

Tannheimer Tal

Erste Gehversuche

Im Tannheimer Tal sind wir inzwischen häufiger im Winter gewesen. Es begann mit der Besteigung des Ponten während unseres Skitourenschnupperkurses. Die Abfahrt war eine ziemliche Katastrophe für mich. In miserabler Sicht hielt mich der Bergführer an, dicht hinter ihm zu bleiben und das zu tun, was er tut. Mit Skifahren hatte das, was ich tat, wenig gemeinsam. Am Ende ist mir dann noch eine Latschenkiefer in den Weg gesprungen und riss mich von den Füßen. Ein gutes Gefühl hinterließ unsere zweite Besteigung des Ponten einige Zeit später nach unserem Tiefschneekurs. Deutlich souveräner unterwegs hatte ich mit der kurzen steilen Passage und dem Latschenwäldchen überhaupt keine Schwierigkeiten mehr.
Weitere Skitouren, die wir im Tannheimer Tal unternahmen waren Krinnenspitze und Zirleseck. B'schiesser und Suldenspitze haben wir bisher nur mit Schneeschuhen gemacht. Es bietet sich an, diese auch mit Ski anzugehen.

Obernberger Tal

Hier gibt es keine Lifte (mehr)

Dieses Tal entdeckten wir zufällig auf unserer Suche nach für uns geeignete Skitourengebiete. Nimmt man die letzte Ausfahrt auf der Brennerautobahn auf österreichischer Seite und biegt nach Westen ab, erreicht man dieses kurze Tal, in dem es keinen Pistenskibetrieb gibt. Man hat sich vollständig auf Wanderer im Sommer und Skitourengeher im Winter eingestellt.
Schöne, nicht zu schwierige Touren unternahmen wir auf den Grubenkopf, den Hohen Lorenzen mit Grenzstein auf dem Gipfel sowie dem Eggerberg. Zwei, drei weitere Touren warten dort noch auf uns.

Schmirn- und Valsertal

Gegenüber des Obernberger Tales

Im Januar 2018 sind wir das erste Mal dort gewesen. Beide Täler -ebenfalls ohne Pistenskibetrieb- bieten mehrere Touren in unterschiedlichen Schwierigkeiten an. Wir begannen mit einer etwas weniger Anspruchsvollen auf den Silleskogel, wo wir eine traumhafte Pulverschneeabfahrt geniessen durften. Die Gipfel liegen so zwischen 2300m und 2700m Höhe, Aufstiegs und Abfahrtsrouten befinden sich überwiegend in Nord/Nordwest.